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Walter Kutscher referiert beim HGV:

1876 fuhr auch Kaiser Wilhelm durch Babenhausen

Der Bahnhof Babenhausen geht jeden an: Zum Vortrag über die Entwicklung des Bahnhofs Babenhausen verzeichnete der HGV ein volles Haus.

Anlässlich des Bahnhofsumbaus in Babenhausen hielt Walter Kutscher im Rahmen der Vortragsreihe des Heimat- und Geschichtsvereins (HGV) am vergangenen Freitag (24.) seinen Vortrag „Die Bahn einst und jetzt“ im Bürgerzentrum Stadtmühle.

Der Fokus des Referenten lag dabei auf dem Bahnknotenpunkt Babenhausen, wo sich Rhein-Main-Verkehrsbund und Odenwaldbahn kreuzen.

Kutscher nahm die Zuhörenden auf eine kleine Zeitreise mit, angefangen bei dem Fortschritt von der Dampflokomotive zu den elektronisch laufenden Zügen. Der Fortschritt beziehe sich nicht nur auf den Zug an sich, sondern auch um das Umfeld. Wurden die Bahnschranken früher noch mühevoll von Hand geleiert, so müsse heute der Zugführer nur noch einen Kontakt betätigen. „Auf der einen Seite stellt die Technisierung einen Fortschritt dar, aber dadurch ist das Personal beträchtlich geschrumpft“, erklärte er. Auf einem Foto, das der Referent präsentierte, waren am Tag der Arbeit 1933 noch über 80 Bahnmitarbeiter zu zählen. Vor 40 Jahren seien es etwa 25 bis 30 Personen gewesen und heute knapp drei bis vier.

Auch interessante Aspekte wie die ehemalige Aufteilung der Züge in vier Klassen, wobei die „letzte Klasse” zum Stehen war, wurden durch die anschauliche Erzählweise Kutschers wieder belebt. 1956 dann war das System der zwei Klassen in Gültigkeit getreten: „Heute besteht wesentlich mehr Komfort als damals.“

In dem nächsten Abschnitt, den „besonderen Ereignissen“, schilderte Kutscher Kaiser Wilhelms Fahrt durch Babenhausen 1876 oder aber einen Ausschnitt aus dem Amtsblatt im März 1918, in dem Bahnmitarbeiter zur Angabe ihrer Bankdaten ermahnt worden, weil man den Lohn fortan überweisen statt in bar ausgeben wollte. In diese Sparte fielen auch der Zusammenstoß eines Zuges mit einem PKW 1929 oder aber die Zerstörung der Gleise durch Bombardierungen im Kriegsjahr 1944. „Ein Jahr später war die Bahn durch den Krieg deutlich eingeschränkt und nur noch Fahrten nach Dieburg möglich, da die restlichen Gleise nicht mehr intakt waren.“

Als positives Ereignis verzeichnete Kutscher ein Kamerateam des Hessischen Rundfunks, das 1980 in Babenhausen Szenen für den Film „Kaiserhof Straße 12“ in Harreshausen drehte, wobei ein Luftangriff auf einen Zug während des Zweiten Weltkrieges nachgestellt wurde.

Auch die Entwicklung von Fahrplänen und der Strecke wusste der Referent zu präsentieren.

Der erste Fahrplan stamme von 1858, wobei die Züge bereits die Strecke Aschaffenburg - Darmstadt abfuhren, allerdings ohne die Zwischenhalte Altheim, Messel und Hergershausen.

1867 seien bereits Messel und Altheim im Plan enthalten und die Strecke sei verlängert worden bis Mainz. Die Odenwaldbahn von Frankfurt über Hanau und Babenhausen nach Eberbach war bereits 1897 verzeichnet, wobei die Fahrt von Babenhausen nach Frankfurt damals 70 Minuten betrug.

„Wenn man bedenkt, dass es heute nach wie vor 48 Minuten sind, war das nicht schlecht für die damalige Technik“, bemerkte Kutscher anerkennend.     fhp

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