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Kunsthandwerkermarkt in Schaafheim:

Aus Alt mach Neu - Upcycling Mode und altes Handwerk lebt wieder auf

Die Kulturhalle war am Wochenende ein Publikumsmagnet. 32 Künstler verwandelten sie in ein Kunsthandwerkerparadies. Davon boten allein 16 Kreative aus Schaafheim ihre Werke feil. Aus Alt mach Neu, das so genannte Upcycling, war ein neues Thema auf dem 31. Kunsthandwerkermarkt in Schaafheim.

Ulrike Eddiks brachte beispielsweise Jacken aus alten, bestickten Tischdecken mit. „Die Tischdecken stammen vorwiegend aus Haushaltsauflösungen der späten 1940er und 50er Jahren“, erzählte die Diplom-Designerin. Sie färbe die meist noch handgearbeiteten Stoffe ein und fertige daraus die Stoffjacken. Mit Stickmustern aus Wolle „peppe“ sie zudem Jeansjacken auf. Aus Wollstoffen von früher entstehen auch Röcke. Fotografien an den „neuen“ Kleidungsstücken verrieten den Interessenten, aus welchem historischen Stoffstück sie gefertigt wurden. Die Mode sei nicht nur beliebt, sondern sei laut der Reinheimerin auch mit Emotionen verbunden. „Jeder verknüpft die Kleidungsstücke sofort mit Erinnerungen.“
Manuela Reinhards Taschen haben auch eine Geschichte. In ihnen waren einmal Bohnen verpackt und sind schon einmal um die Welt gereist. „Mittlerweile habe ich 120 Kaffeesorten verarbeitet“, berichtete Reinhards. Die Umverpackungen aus Aluminium seien so robust und reißfest, dass sie auch nach Jahren noch wie neu aussehen. Ihre Taschenwerke fanden viele neue Besitzer.
Andere Künstler boten Schönes aus Holz, Metall, Glas, Stoffe, Filz, Wolle, Ton und Perlen. Selbst gemachte Brotaufstriche und Honig waren genauso beliebt wie selbst gefertigte Liköre und Säfte. Daneben stellten Maler Kunstwerke in Öl und Aquarell aus.
Die sechs Organisatoren des Kunsthandwerkermarkts organisieren nicht nur den Markt, sondern waren selbst Aussteller. Sabine Krautwurst hat sich beispielsweise einen Namen als Puppendoktorin gemacht. Zudem näht sie für Puppen Kleidungsstücke in allen Varianten. Jürgen Purschke ist mit seinen Holzarbeiten auch schon seit 31 Jahren dabei. Von Beruf ist der Hobbykünstler Maschinenbauer. „Mit einer Krippe für die Kinder hat alles mal angefangen“, erinnerte er sich. Heute ist er mit seiner Säge oft in Kindergärten, kreiert mit den Kleinen Puzzles. Geld verdienen stehe bei der Fertigung des Holzspielzeugs laut Purschke nicht im Vordergrund. Vielmehr möchte er Interessierte dazu bringen, mal selbst etwas mit dem Werkstoff auszuprobieren. Wie er vor drei Jahrzehnten.
Ein außergewöhnliches Handwerk präsentierte Bürstenmacher Michael Baumgärtner. Er zeigte den Besuchern, wie er einen Handbesen nach traditioneller Art herstellt. Vor 20 Jahren musste sein Vater das Handwerk aufgeben, weil er seine Familie damit nicht mehr ernähren konnte. Weil es aber immer weniger Bürstenmacher gebe, begann Baumgärtner vor fünf Jahren gemeinsam mit seinem Vater wieder, sein Handwerk auf Hobbymärkten vorzustellen. „Die Menschen werden wieder bewusster, gehen einen Schritt zurück und kaufen auch bewusster ein. Seit einem Jahr bin ich wieder hauptberuflich Bürstenmacher“, sagte Baumgärtner mit etwas Stolz in der Stimme.       nda

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