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Kaserne bietet außergewöhnlichen Rahmen:

Demokratie-Medien-Convent

Die politisch-demokratische Grundbildung war früher in der Schule bestenfalls eine Nebenerscheinung. Heute sind Mitwirkung, Mitbestimmung und das Bewusstsein für die eigene Position in der Gesellschaft Themen, mit denen sich auch Schüler auseinandersetzen.

Demokratie und Medien gehören dabei zusammen. Denn Medien beeinflussen die Wahrnehmung und die Nutzung von Medien hat ebenso einen Einfluss auf ihre Nutzer. Was ist Information und was ist schon Manipulation? Was ist Einfluss und was ist Beeinflussung? All diese Fragen wurden beim Demokratie-Medien-Convent in Babenhausen gestellt.
Die städtische Jugendförderung hatte in Kooperation mit der Jugendförderung des Landkreises, sowie der Bachgau- und der Joachim-Schumann-Schule den Fachtag in die Kaserne geholt. Der Convent fand im Landkreis nun zum vierten Mal statt. Zum ersten Mal allerdings in einer so außergewöhnlichen Umgebung.
„Die Babenhäuser Kaserne bot sich für den Fachtag zum Thema Medien und Demokratie an, da das Areal vor großen Veränderungen steht“, erläutert Jugendpfleger Michael Spiehl. „Hier wird ein neuer Stadtteil entstehen mit einer Mischung aus Wohnen, Gewerbe, Kreativität und Bildungseinrichtungen. Für die Jugendlichen ist es eine gute Gelegenheit, ihre Bedürfnisse zu formulieren und darüber nachzudenken, was aus ihrer Sicht in der Gestaltung des neuen Kasernenareals Eingang finden sollte.“
Dafür offen ist auch die Konversionsgesellschaft, die am Fachtag von Daniel Beitlich vertreten wurde. Er informierte die rund 90 Schülerinnen und Schüler über den aktuellen Stand der Umnutzung und über einige Pläne. Etwa 130 Gebäude, die im amerikanischen Stil gebaut worden waren, werden derzeit abgerissen, um das bisher ausnahmslos militärisch genutzte Gebiet nun erstmals einer zivilen Nutzung zuzuführen.
„Wir haben Bürgerbeteiligungsforen, in denen die Bürger ihre Fragen und Anregungen einbringen können. Meistens kommen Teilnehmer, die schon ein gewisses Alter haben, aber eigentlich entwickeln wir die Kaserne für eure Generation. Deshalb ist es für uns wichtig, dass auch ihr euch beteiligt und Ideen äußert“, sagte Beitlich. Eine Schülergruppe, die sich in den Workshop von Michael Spiehl und Lara Kresz eingewählt hatte, ging später über einen Teil des Geländes und erkundete einige Gebäude, um vor Ort Eindrücke zu sammeln und sich für entsprechende Gestaltungsideen inspirieren zu lassen.
Zuvor wendete sich Peter Holnick vom Institut für Medienpädagogik und Kommunikation an die Jugendlichen. Auf seine Frage nach der Nutzung von sozialen Netzwerken hoben, wenig überraschend, fast alle die Hand. Und die zunächst etwas zusammenhanglos erscheinende Frage, wer sich gerade einen Escape-Room wünsche, beantworteten ebenfalls einige mit Ja.
„Warum wollt ihr aus einem Raum entkommen? Warum wollt ihr nicht lieber einen Raum, in dem ihr etwas findet“, warf Holnick als Anregung in die Runde. Zusammenzukommen und gemeinsam an Neuem zu arbeiten, seien wesentliche Elemente einer demokratischen Gesellschaft. „Eure Daten sind das Gold des 21. Jahrhunderts“, sagte der Medienpädagoge. „Deshalb müssen wir mit unseren Daten sorgsam umgehen, wir müssen mehr fragen und hinterfragen und nicht alles als selbstverständlich hinnehmen.“
Medien prägten unsere Persönlichkeit, unsere Wünsche und sie prägten auch die Demokratie, sagte Holnick. Dass Demokratie nur durch die Teilhabe und das Interesse jedes Einzelnen funktionieren kann, erfuhren die Schülerinnen und Schüler im Workshop von Sandra Praus und Mika Buss. André Ponzi und Fabian Pflume haben als Landesschulsprecher schon 50 000 Schüler zu ihren Beteiligungsmöglichkeiten befragt.
In ihrem Workshop beim Demokratie-Medien-Convent kam ein Dutzend weiterer Schüler dazu. Das Ergebnis: Ja, man kann sich auf vielfältige Weise beteiligen und an demokratischen Verfahren mitwirken. Die Resultate aus den vielfältigen Workshops waren Grundlage für eine Diskussion mit Bürgermeister Achim Knoke und mehreren Vertretern der politischen Parteien in Babenhausen.      mel

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