Besuch aus Amerika - Familien Wetzler und Kassel: Drei Schwestern auf der Spurensuche ihrer Ahnen in Langstadt und Schaafheim

Carol, Diane und Lisa begaben sich auf Spurensuche ihrer Ahnen. Georg Wittenberger (mitte) organisierte und führte durch die Erinnerungsstätten von Babenhausen und Langstadt. Eicke Meyer vom Geschichtsverein in Schaafheim stellte die Familie Kassel vor.

Am Mittwoch (2.) besuchten die drei Schwestern Carol, Diane und Lisa verschiedene Orte von Babenhausen, um auf die Spurensuche ihrer Ahnen zu gehen. Die drei Damen aus Amerika stammen von der Familie Wetzler (aus Langstadt) und der Familie Kassel (aus Schaafheim) ab. Um zwölf Uhr kamen die Schwestern auf dem Babenhäuser Bahnhof an und wurden vom Ersten Stadtrat Reinhard Rupprecht und von Stadtarchivar Georg Wittenberger empfangen.

Aufgrund des starken Regens wurde der ursprüngliche Besuchsplan angepasst und man besuchte zuerst das Denkmal zur Erinnerung an die jüdischen Gemeinden von Babenhausen. Anschließend führte Georg Wittenberger, gemeinsam mit Thomas Gottstein der als Dolmetscher fungierte, durch das Territorialmuseum.
Der Besuch der Begräbnisstätte von Süßkind Wetzler, auf dem Jüdischen Friedhof von Babenhausen, war für die Geschwister ein emotionaler Moment. Georg Wittenberger überreichte den Damen den hebräischen Text auf dem Grabstein, in der Originalabschrift und in der amerikanischen Übersetzung.
Die Geschichte der Familie Wetzler wurde dann in Langstadt erörtert. Hannelore und Reinhard Felsing bewohnen das Haus, in welchem einst die Wetzlers wohnten. Bei Kaffee und Kuchen wurde der Stammbaum vorgestellt und einige Personen näher beleuchtet. Beispielsweise wurde Ester Wetzler vorgestellt, die 1824 in Egelsbach geboren wurde und Süßkind Wetzler, der aus Langstadt stammte, heiratete. Nach dem Tod von Süßkind Wetzler wanderte sie mit ihren acht Kindern nach Milwaukee (USA) aus. Einer dieser Nachfahren war Bruce Wetzler, der Kantor in Michigan. Auch er besuchte bereits die Familie Felsing im ehemaligen „Wetzler-Haus“ und blieb in guter Erinnerung. Aber auch das Schicksal von Recha, Benzion und Hermann Wetzler wurde erläutert, die alle drei nach Theresienstadt deportiert wurden. Recha überlebte diese schreckliche Zeit im Ghetto, während Benzion und Hermann nach Auschwitz kamen und dort ermordet wurden.
Die nächste Station auf dem Besuchsprogramm war Schaafheim. Dort hat die Familie Kassel ihre Wurzeln, die ebenfalls zu den Ahnen der Wetzlers gehören. Eicke Meyer vom Heimat- und Geschichtsverein Schaafheim begrüßte die Gäste und informierte, dass zeitweise in fünf Schaafheimer Häusern die Kassel-Familie zu Hause war. Auch ein Gebäude in der Spitzengasse gehörte ihnen, dort wurde in einem engen Hof (im Jahr 1840) eine Synagoge erbaut. Der Bürgermeister von Schaafheim, Daniel Rauschenberger, begrüßte den amerikanischen Besuch und nahm auch an dem kleinen Rundgang teil, der unter anderem zur Kirchentreppe von Schaafheim führte. Hier befindet sich die Gedenkstätte für die Juden von Schaafheim. Eine Säule aus der ehemaligen Synagoge prägt diesen Erinnerungsort, der mittlerweile auch eine Station des Schaafheimer Hörweges ist.
Der Abend klang für die drei Damen mit einem Abendessen im Hotel Residenz aus. Bei sehr leckeren Speisen und Getränken wurden die zahlreichen Eindrücke des Tages ausgetauscht, um am Folgetag die Spurensuche im pfälzischen Imsbach weiterzuführen.       hz

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