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17. Job-Info-Börse der Offenen Schule Babenhausen:

„Da hat man eine bessere Vorstellung von einem Arbeitsplatz“

Luca (Zweiter von links) und seine Mitschüler durften beim Babenhäuser Unternehmen „M8 Blechbearbeitung“ auch mal zugreifen.

Alles, was Birgit Kusch, Leiterin der K&S Seniorenresidenz, erzählt, ist für Angie und Vanessa wichtig. Eifrig lassen die beiden fünfzehnjährigen Mädchen die Stifte übers Papier huschen, notieren alles, was sie für ihre spätere Ausbildung gebrauchen können. Denn die Realschülerinnen haben bereits jetzt ihre Entscheidung getroffen: Sie wollen Altenpflegerin werden.

Obwohl Angie und Vanessa schon in wenigen Tagen ein Praktikum im Babenhäuser Seniorenwohnheim beginnen, nutzen sie die Job-Info-Börse, um vorab Einblicke in die Seniorenbetreuung zu bekommen. Nach einigen einleitenden Sätzen geht es auch gleich los, zeigt ihnen Birgit Kusch die Speisekarten, auf denen alle Krankheiten oder Unverträglichkeiten der Bewohner berücksichtigt sind. Im Therapiebereich wird an diesem Vormittag gespielt; eine Gruppe Seniorinnen ist beim Gedächtnistraining. Eine gute Gelegenheit für die Mädchen, eine Runde mitzuspielen.
Die Begeisterung der Jugendlichen kommt bei der Residenzleiterin gut an. „In unserem Beruf kann man zwar vieles lernen. Doch den Willen und die Motivation müssen die Auszubildenden im Blut haben“, sagt sie. Altenpfleger müssten körperlich und seelisch stabil und zugleich einfühlsam sein. Zudem sei der Beruf nicht allzu gut bezahlt. Trotzdem: „Ich möchte mich gern um alte Menschen kümmern, etwas Gutes tun“, sagt Vanessa.
Während der beiden Orientierungsphasen, in die die Job-Info-Börse eingeteilt ist, melden sich nur sieben Jugendliche für einen Vor-Ort-Termin in der Seniorenresidenz. Dabei gibt es gerade in Pflegeberufen große Nachwuchssorgen. Auch das Interesse der Schüler am Handwerk hat nachgelassen, viele wollen lieber in den Dienstleistungssektor.
Das Babenhäuser Unternehmen „M8-Blechbearbeitung“ lud am Freitag zwei Gruppen zur Betriebsbesichtigung ein. Sascha Haas führte einmal drei, später vier Jungs durch die Produktionsstätten. Luca (15) war zuvor beim Automobilzulieferer Continental, der in der Joachim-Schumann-Schule einen Stand hatte.
„Ich möchte aber mehr über die Berufe erfahren.“ Deshalb schaut er sich nun an, wie dünne und dicke, große und kleine Blechplatten gefräst, gelasert und gestanzt werden, wie am Computer zuvor eine 3D-Konstruktion entsteht. „Ich finde es gut, dass man sich Jobs vor Ort ansehen kann. Da hat man eine bessere Vorstellung von einem Arbeitsplatz.“
Damit beschreibt Luca das, was mit der Job-Info-Börse beabsichtigt ist. 1999 startete die Kooperationsveranstaltung von städtischer Jugendförderung, der Joachim-Schuhmann- und der Eduard-Flanagan-Schule, sowie zahlreichen regionalen Ausbildungsbetrieben. 39 potenzielle Arbeitgeber präsentierten sich am Freitag etwa 240 Schülern der neunten und zehnten Klassen.
Für beide Seiten sei die Börse eine gute Plattform, um sich kennenzulernen, einen ersten Eindruck voneinander zu bekommen, so Babenhausens Jugendpfleger Michael Spiehl. Schon bei den Vorbereitungen zur Börse arbeiteten die Jugendlichen mit. So erhielt die 17. Auflage der Job-Info-Mappe in Zusammenarbeit mit dem Gewerbeverein und der Druckerei Kreher ein professionelles Layout.
Die Chance, mit Fachleuten aus unterschiedlichsten Berufszweigen ins Gespräch zu kommen, nutzten die Schüler mal mehr, mal weniger. Dass es auch Jugendliche gibt, die am Ende des Tages etwas enttäuscht sind, ihren Berufswunsch nochmals überdenken müssen, findet Spiehl keinesfalls schlimm. „Im Gegenteil: Es kann hilfreich sein, zu wissen, was man nicht machen möchte. Besser, die Schüler erkennen dies frühzeitig, als später in der Ausbildung. Die Job-Info-Börse soll den jungen Leuten helfen, die richtige Entscheidung zu treffen.“
Samantha (15) hat sich in der Babenhäuser Anwaltskanzlei Friedrich über Studien- und Ausbildungsmöglichkeiten informiert. „Um Anwalt zu werden, braucht man nicht nur gute Noten, sondern auch gute Nerven“, sagt sie lachend.   mel

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