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Wenn Wählen zum Witz wird

Seit die Wahlen vorüber sind und wir Bürger unsere Stimmen an die Kandidaten abgegeben haben, lesen wir in den städtischen Bekanntmachungen wöchentlich von Verzichtserklärungen derjenigen Menschen, die von uns in die Stadtverordnetenversammlung gewählt wurden. Besonders die zahlreichen Rücktritte in den Reihen der SPD hinterlassen bei mir und vielen anderen Unverständnis.

Was soll dieses Theater? Warum lassen sich Menschen auf eine Parteienliste als „wählbar“ setzen, die es in Wirklichkeit gar nicht sind? Warum kandidieren Menschen für ein Amt, das sie gar nicht annehmen können und – schlimmer noch! – gar nicht wollen?
Die SPD hatte es offenbar nötig, ihre Liste mit einer großen Zahl an Platzhalter-Kandidaten zu füllen. Dummies sozusagen. Es ist schade, dass Menschen so etwas mitmachen und sich vor den politischen Karren spannen lassen. Es ist schade, dass Geld ausgegeben wird, um Hochglanzbroschüren und Plakate zu drucken, auf denen in großer Zahl nur Attrappen abgebildet sind!
Die Wähler werden an der Nase herumgeführt. Sie sollen eine Liste ankreuzen, weil sie populäre Zugpferde enthält. Und dann: Das Wählervotum wird einfach missachtet. Ohne Scham und ohne öffentliche Erklärung wird das Konstrukt an Listenplätzen wieder ausgehebelt, umgeworfen und durch Nachrücken neu konstruiert. Wenn jemand auf einen hinteren Listenplatz gewählt wurde, dann haben wir Wähler das so entschieden. Dass dieser Kandidat durch sein Nachrücken über eine Distanz von sechs, sieben Plätzen dann doch noch in die wichtigste Bürgervertretung der Stadt „rutscht“, war eindeutig nicht der Wählerwille.
Dies alles wirft kein gutes Licht auf die SPD und es schadet auch der Stadt Babenhausen, die bekanntermaßen landauf landab mit ihren politischen Possen zu zweifelhafter Berühmtheit gekommen ist. Die Wahl ist zum Witz geworden. Die Damen und Herren der SPD mögen sich bitte überlegen, ob sie künftig noch über Politikverdruss, Protestwähler und eine miese Wahlbeteiligung lamentieren wollen. Sie haben nun nämlich ihren Teil dazu beigetragen.
    Florian Simon, Babenhausen

 

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Kommentare

Wenn wählen zum Witz wird

Wie nennt die SPD solche Vorgänge? „Viel Wind um nichts" und zeigt uns Wählern damit was man von uns hält. Eine Posse ist dies leider schon lange nicht mehr sondern ein Trauerspiel.

Nagel auf den Kopf

Dieser Leserbrief trifft den Nagel auf den Kopf. Was da seitens der SPD vollzogen wurde, grenzt in der Tat an Volksverdummung. Die jetzige Besetzung der SPD-Fraktion hat mit dem ursprünglichen Wählerwillen nicht mehr viel zu tun. So wurde die ehemalige Bürgermeisterin von den Wählern wohl auch deshalb in die Stadtverordnetenversammlung gewählt, weil sie den Schlamassel, den sie mit ihrer Allianz für Babenhausen hinterlassen hat, in den den kommenden fünf Jahren wieder in bessere Bahnen lenken sollte. Und was macht sie, sie duckt sich weg, verzichtet auf ihr Mandat und denkt überhaupt nicht daran, dem Wählerwillen zu entsprechen. Nur innerhalb der Partei wird sie wohl weiter Fäden spinnen und versuchen Einfluss auf die Fraktion zu nehmen. Es bleibt nur zu hoffen, dass der neue Fraktionsvorsitzende dies nicht zulässt und sich bessere Berater sucht.

"Wenn Wählen zum Witz wird" und "Nagel auf den Kopf getroffen"

Sowohl den Leserbrief "Wenn Wählen zum Witz wird" als auch den vorgenannte Kommentar teile ich zu 100 %. Auf der SPD Liste standen jede Menge "Scheinkandidaten", von denen im Voraus schon bekannt war, dass diese ihr Mandat garnicht annehmen können (z.B. Bürgermeister, 1. Kreisbeigeordnete usw.) Die ehemalige Bürgermeisterin hat wohlweislich nicht mehr kandidiert, weil sie den ganzen finanziellen Schlamassel hauptsächlich selbst zu verantworten hat. Kein Bürgermeister/Verwaltungschef vor ihr hat einen solchen Schuldenberg hinterlassen. Sie duckt sich zwar offiziell weg, soll aber vermutlich weiterhin im Hintergrund die Fäden in der SPD Fraktion spinnen. Ihrem Nachfolger, dem jetzigen Bürgermeister, hat sie viele Kuckuckseier ins Nest gelegt und wird ihm noch viele schlaflose Nächte bereiten. Der neue Fraktionsvorsitzende, ein überaus engagierter intelligenter junger Mann, sollte sich wirklich bessere Berater suchen und sich von dieser Dame und seinen weiteren weiblichen "Genossinnen" nicht vor den Karren spannen lassen. Hier verweise ich auf die maßregelnden Worte von Frau Steinmetz-Hesselbach in der konstituierenden Sitzung der Stadtverordentenversammlung am 14.04.2016 gegenüber Herrn Dr. Thierolf. Einfach nur frech, peinich und unverschämt.

Wenn wählen zum Witz wird und Nagel auf den Kopf getroffen

Wie treffend ihre Worte speziell zur Bürgermeisterin. Hat sie deshalb die Kaufoptionen für zwei Wohnungen auf dem alten Feuerwehrgelände zurück gegeben? Schon wieder Gemauschel? Aber wie sagt die SPD zu so was: „Viel Wind um nichts“ Ich frage mich immer noch, wo war denn die sonst so kritische Presse, die sich auf die Fahne geschrieben hatte, besonders Regierenden in Babenhausen auf die Finger zu sehen? (Es ist nicht die Babenhäuser gemeint). Beim CDU Bürgermeister war man sehr kritisch. Über Wochen wurde vor der Wahl das Thema Jenny und die ca. 100 T€ Kosten durch gekaut. (Hinterher hat die SPD damit geglänzt) Man hat dann ja auch erreicht was man wollte. Mit der Allianz wurde alles anders. Über eine KITA für über 5 Mio. € hat sich niemand aufgeregt. Über die Schuldenpolitik der letzten 5 Jahre hat man von dieser Presse nichts gehört. Mehr als Lob war über die Allianz und vor allem der Bürgermeisterin nicht zu hören. Nun soll ja die CDU mit der SPD aufräumen!!!! Warum eigentlich die CDU? Die SPD wurde bei der Wahl nicht wirklich abgestraft. (Heute sagen diese Wähler sie solle die Gelegenheit bekommen ihr Desaster selbst in Ordnung zu bringen.) Die beiden anderen Partner FWB und FDP wurden für ihre Schuldenpolitik auch noch fürstlich mit Stimmen belohnt. Deshalb soll doch die Allianz das umsetzen was sie vor der Wahl versprochen hat. Sie können ihre Fehler der letzten 5 Jahre berichtigen und endlich Politik für Babenhausen machen. Der Wähler sollte dann aber auch in 5 Jahren bewerten was aus den Versprechungen wurde. Die letzten 5 Jahre hätten nicht dazu führen dürfen, dass die Allianz für ihre desaströse Politik auch noch belohnt wurde. Manchmal ist man gewillt zu sagen: Babenhausen hat es nicht besser verdient.

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