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Carnevalverein Babenhausen: Alle Narren dieser Welt feiern unterm Zirkuszelt

Wenn Joachim Heizmann in die Bütt steigt, ziehen Kommunalpolitiker, Ortsbeiräte und Bürgermeister ein wenig die Köpfe ein. Denn sein Auftritt erinnert stets etwas an das berühmte „Politiker-Derblecken“ auf dem Münchner Nockherberg. Heizmann hält zwar nicht als Bruder Barnabas die Fastenpredigt. Doch auch im Clownskostüm liest er den Verantwortlichen in Politik und Verwaltung die Leviten oder - um beim Münchner Original zu bleiben - hält er ihnen mit „derbleckten“ Zähnen den Spiegel vor.

Themen gibt es reichlich in Babenhausen. Unter dem Motto „Bowehause is schee“ schöpfte der Protokoller bei der großen Fremdensitzung des Carnevalvereins (CVB) aus den Vollen. In der Vergangenheit habe die Stadt über ihre Verhältnisse gelebt, nun müssten die Bürger durch immer höhere Steuern und Gebühren die Zeche zahlen.
„Auch bei den Friedhofsgebühren langen sie kräftig zu, sie ist kaum noch zu bezahlen, die Letzte Ruh´“, so Heizmann. Jedoch: „Wenn es an die eigenen Pfründe geht, wird nicht an den Stellschrauben gedreht.“ Mit Minderheiten komme Babenhausen bestens klar: „Wir haben ja seit Jahrhunderten Schaafheim als Nachbar.“ Dass nun aber asiatische Migranten in der Stadt lebten und dort mehrere Hektar Land beanspruchten, ohne Miete zu zahlen (gemeint waren die Przewalski-Pferde), sei doch zu viel des Guten.
Nach seiner zwanzigminütigen, äußerst gehaltvollen Rede, konnten sich Babenhausens Politiker, Ortsbeiräte und der neue, als Pirat verkleidete, Bürgermeister Achim Knoke, wieder etwas entspannen. Christoph Visone aus dem benachbarten Eppertshausen servierte seinem Publikum leichtere Kost. Bei ihm hänge immer wieder der Haussegen schief, da sich Männer und Frauen im Allgemeinen, sowie er und seine Freundin im Besonderen, einfach nicht verstehen. „Unser Wohnzimmer ist schon voller Geweihe: Eins für jeden Bock, den ich geschossen habe.“
Monika Schledt - ein Star der Dieburger Fastnacht - sprach vom Älterwerden mit allen dazu gehörenden Zipperlein. Trotzdem konnte sie beweisen: „Wir gehören nicht zum alten Eisen.“ Mit ihrem kurzen, närrischen Abstecher in die Supermärkte der Region forderte Schledt unfreiwillig die Babenhäuser Fastnachtsprinzessin Ulrike III. aus dem Hause Schäfer heraus. Sie arbeitet, wenn sie nicht gerade ihre Stadt als närrische Hoheit repräsentiert, in einem örtlichen Supermarkt, nahm die Kritik der Dieburgerin über lange Warteschlangen an der Kasse aber mit Humor.
Die CVB-Sitzung stand unter dem Motto „Zirkus“, das einige Büttenredner im übertragenen Sinne aufgriffen, von Zirkus in der Zweierbeziehung, im Job oder mit den Kindern erzählten. Echte Zirkus-Artistik und Clownerie präsentierten die zahlreichen Tanzgruppen. Die Gruppe „Akzeptanz“ des Turnvereins Babenhausen, die inzwischen auch international bekannt ist, brachte eine gewohnt professionelle Choreografie auf die Bühne. Die Hausfrauen-Garde des CVB trat als Clowns zu den angesagten DJ-Rhythmen auf. Von ihnen, wie auch von der als Papageien verkleideten Ehrengarde des Sickenhöfer Karnevalvereins, forderte das Publikum Zugaben.
Die Schaafheimer „Ringelsocken“, bestehend aus einer Gruppe ehemaliger Ringer, und das CVB-Männerballett „Hypertonics“ verwandelten noch einmal die Stadthallenbühne in eine Manege, bevor Sitzungspräsident Holger Plischke nach fünf Stunden bester Unterhaltung die närrischen Gäste verabschiedete. Völlig zu Recht sah man bei Klaus Fengel und Hofmarschall Roland Keil in zufriedene Gesichter. Wer sich die Sitzung am kommenden Samstag entgehen lässt, verpasst eine Veranstaltung, die alle guten Zutaten für eine gelungene Fastnachtssitzung enthält.   mel

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Kommentare

Carnevalverein Babenhausen; Alle Narren dieser Welt, feiern.....

Sehr geehrte Damen und Herren, mit großem erstaunen las ich Ihren Artikel. Dabei fiel mir sofort auf, dass wir der CVB, bei unserer eigenen Veranstaltung ja wirklich nur von zwei Tanzgruppen vertreten waren! Etwas verwirrt frage ich mich, ob ich vielleicht auf einer ganz anderen Faschingssitzung war, wie der Verfasser dieses Artikels??? Die kleine Garde des CVB, die mittlere Garde des CVB, die Prinzengarde des CVB, die CVB Tanzgruppe und das Lido-Ballett wurde in Ihrem Artikel mit keinem Wort erwähnt !!!! Erstaunlich, dass eine Heimatzeitung die Mühen und die vielen Übungsstunden von den einzelnen CVB-Gruppen so unter den Teppich kehren kann !!! Was ein Glück, kann ich mich heute Abend bei der zweiten Faschingssitzung des CVB´s, wieder an unseren Tanzgruppen persönlich erfreuen und Ihnen ein ganz dickes Dankeschön sagen, für die tollen Tänze. Mit freundlichen Grüßen Ihre Prinzessin Ulrike III

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