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„Hallo, schön, dass Du da bist“

Frisch ordiniert (v.l.n.r.): Dekan Joachim Meyer, Ingeborg Friebe-Newrly vom Kirchenvorstand Münster, Münsters neue Pfarrerin Kerstin Groß, die befreundete Pfarrerin Margarete Geißler aus Wendelsheim, Pröpstin Karin Held, Lehrpfarrerin Gudrun Goy aus Frankfurt-Griesheim und Professor Dr. Martin Sallmann aus Bern/Lützelflüh.

In einer vollen Martinskirche wurde Kerstin Groß am Sonntag (24. Januar) ordiniert und als neue Pfarrerin von Münster eingeführt. Die Besucherinnen und Besucher kamen aus Nah und Fern – schließlich hat die neue Pfarrerin unter anderem sechs Jahre lang in der Schweiz gelebt.

Der am weitesten Angereiste, Professor Dr. Martin Sallmann kam aus Lützelflüh bei Bern nach Münster. Bevor Kerstin Groß ihr Vikariat in Frankfurt-Griesheim begann, hatte sie sechs Jahre lang, von 2007 bis 2013, eine Assistentenstelle am Institut für Historische Theologie der Universität Bern. Nach ihrem Studium in Mainz hatte sie auch dort an der Universität gearbeitet. Die 40-Jährige stammt aus Diez an der Lahn.  Nach knapp dreimonatiger Vakanz hat sie am 1. Januar als neue Pfarrerin der Evangelischen Martinsgemeinde Münster begonnen und gemeinsam mit ihrer schwarzen Labradorhündin Paula das Pfarrhaus bezogen. Pröpstin Karin Held wies in ihrer Ansprache auf Albert Bitzius hin, der als Pfarrer in Lützelflüh tätig war und unter dem Namen Jeremias Gotthelf unermüdlich schrieb. In seinem Roman „Geld und Geist“ lässt er die Bauerstochter und fleißige Kirchgängerin Anne Mareili sinnieren: „Aber so ist‘s, schön predigen ist nicht schwer und viel glauben auch nicht, aber den Glauben zu Leben werden zu lassen und die Predigt zu einer Brücke vom alten Wort ins junge Leben, das ist schwer.“ Geschliffen zu predigen sei nicht schwer, sagte die Pröpstin, aber treffende Worte zu finden, die den Menschen nicht nur ins Ohr gingen, sondern ins Herz und in den Sinn, das sei schwer. „Predigen ist Arbeit“, sagte die Pröpstin. Sie wünsche Kerstin Groß, dass sie eine gute Resonanz finde, die gute Botschaft bedeutsam werden zu lassen und dass ihr die Kraft niemals ausgehe. Nach der Verpflichtung sprach Dekan Joachim Meyer das Fürbittgebet. Pröpstin Karin Held, Kerstin Groß‘ Lehrpfarrerin Gudrun Goy aus Frankfurt-Griesheim, Professor Dr. Martin Sallmann, Ingeborg Friebe-Newrly vom Kirchenvorstand Münster und die befreundete Pfarrerin Margarete Geißler aus Wendelsheim sprachen die Segensworte. Im Anschluss durfte Kerstin Groß, die währenddessen mit dem Rücken zur Gemeinde gestanden hatte, dieser dann ihr Gesicht zuwenden und alle applaudierten. In ihrer ersten Predigt (1. Kor 9, 24-27) als ordinierte Pfarrerin wurde es sportlich. Der Apostel Paulus vergleicht das christliche Leben mit einem Wettkampf und fordert von den Korinthern vollen Einsatz. Dass Menschen ihre Kräfte einsetzten, um etwas aus sich zu machen, könne sie gut nachvollziehen, sagte Kerstin Groß, aber sie werde da nachdenklich, wo allein die Leistung im Mittelpunkt stehe. Wichtig seien auch die Momente, in denen der Mensch jenseits des Leistungsprinzips anerkannt werde. Wer zu Gott gehören wolle, könne das nicht halbherzig machen. Was aber bedeutet es, das menschliche Tun am Evangelium zu orientieren? Für sie sei das Doppelgebot der Liebe – die Gottesliebe und den Nächsten lieben wie sich selbst – eine „gute Richtschnur“. Es gehe darum, sich zu besinnen, nachzudenken, über Gott, sich selbst und andere und sich dem Nächsten zuzuwenden und sich mit ihm auszutauschen. Die Gemeinde sei Ort der offenen Gemeinschaft, ein Ort des Austauschs. Am Gottesdienst beteiligt waren außerdem der Vorsitzende des Kirchenvorstands, Dr. Jörg Schubert, der Gospelchor unter Leitung von Dekanatskantor Matthias Ernst (in Vertretung), Organist Michael Roth und Pfarrer Johannes Opfermann. Nach diversen Grußworten und Geschenken, unter anderem von Münsters Bürgermeister Gerald Frank, Präses Dr. Michael Vollmer, den evangelischen Pfarrern aus den Nachbargemeinden, dem katholischen Pfarrer Bernhard Schüpke, der Schulleiterin der Schule auf der Aue, und Pfarrer Ingo Henrich aus Kerstin Groß‘ Heimatgemeinde Cramberg, aus der  Gemeindeglieder in einem Kleinbus angereist kamen. Die Kinder des evangelischen Kindergartens Münster begrüßten die neue Pfarrerin mit den Liedern „Hallo, schön, dass Du da bist!“ und „Möge der Segen Gottes mit Dir sein“. Im Anschluss wurde bei einem Empfang weitergefeiert. In der evangelischen Kirche bedeutet Ordination die Berufung, Segnung und Sendung zum Dienst der öffentlichen Wortverkündigung und Sakramentsverwaltung. Dabei erfolgt die Verpflichtung auf die Bibel und die jeweils geltenden Bekenntnisschriften. In der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) wird das Ordinationsversprechen im Gottesdienst einer Kirchengemeinde gegeben. Die Amtseinführung führt der Propst oder die Pröpstin durch. (Quellen: Glaubens-ABC, Evangelische Kirche in Deutschland; Kirchenordnung der EKHN). (Text / Foto: S. Rummel)

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