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Kinder- & Jugendförderung der Stadt Babenhausen:

Auf der Spur von „Youtube, Gaming & Co”

Bevor es zur Straßenumfrage in Babenhausens Altstadt ging, übten Moritz (links) und Justin mit Medienpädagogin Cordula Kahl das Radiointerview.

„Geh doch mal raus zum Spielen“ – an diese Aufforderung ihrer Eltern dürften sich viele Erwachsene heute noch erinnern. Und manche, die inzwischen selbst Eltern sind, ertappen sich dabei wie sie ihren Kindern ebenfalls raten, „draußen zu spielen“. Die unterschiedlichen Ansichten und die Diskussionen von Eltern und Kindern darüber was eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung ist, sind nicht neu. Sie haben nur andere Vorzeichen.

Waren es vor 30 oder 40 Jahren die gerade aufkommenden Kinder-Fernsehprogramme und Videospiele, die die Kleinen für ein paar Stunden in der Woche vor den Bildschirm bannten, ist es heute vor allem das Smartphone, das die Aufmerksamkeit von Kindern und Jugendlichen beansprucht. Und das häufig für mehrere Stunden am Tag.
„Wir hatten die Vermutung, dass das Interesse der Kinder eher bei Konsolen- und Computerspielen liegt“, sagt Lara Kresz von der Babenhäuser Kinder- und Jugendförderung. Doch von allen denkbaren Medien wählten die Kinder, die am Osterferien-Special der Babenhäuser Jugendpflege teilnahmen, ihr Smartphone als Favoriten. Ob Spiele, soziale Netzwerke oder die Kommunikation mit Freunden – das Smartphone ist ständiger Begleiter im Jugendalltag.
Neben den zahlreichen Verlockungen sowie den durchaus nützlichen Funktionen, die es bietet, ist es aber auch eine Gefahrenquelle. Manche Spiele enthalten Bilder, Szenen und Texte, die Kinder emotional noch nicht verarbeiten können. Gleiches gilt für Filme, mitunter auch für Songtitel. Zudem kann der ständige Blick auf das Handy-Display zur Sucht werden. Umso wichtiger ist es daher, dass die jungen Smartphone-Nutzer früh lernen, mit ihrem täglichen Begleiter kompetent umzugehen.
Unter dem Titel „Youtube, Gaming & Co“ lud die Jugendförderung Babenhausen in Kooperation mit der Jugendpflege Mühltal und dem Landkreis sowie dem Institut für Medienpädagogik und Kommunikation zu einem viertägigen Ferienprogramm ein, an dessen Ende eine eigene Radiosendung steht. Dazu machten die 16 teilnehmenden Kinder einen Ausflug zur „Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft“ (FSK) nach Wiesbaden. Dort erfuhren die Jungs und Mädchen, warum manche Filme für jüngere Kinder ungeeignet sind und nach welchen Kriterien die Prüfer den Filmen ihre Bewertungen geben.
„Wir haben uns bei der FSK Film-Trailer angesehen“, erzählt Moritz (12). „Dann sollten wir entscheiden, welche Filme ab sechs oder zwölf Jahre zugelassen werden.“ Dabei sollten die Kinder auf die Darstellung in Bild und Ton achten. Nicht nur Gewaltdarstellungen oder Special-Effekts seien Bewertungskriterien. Auch schrille Töne und düstere Musik würden von den Prüfern einer fünfköpfigen Jury bewertet, berichtet Eva Grünewald von der Jugendförderung des Landkreises.
Bemerkenswert sei, dass die Kinder den Film-Trailern in fast allen Fällen dieselbe Altersfreigabe erteilten wie die Erwachsenen-Jury. Ebenso auffallend: Die Kinder berichteten, dass sie zwar von ihren Eltern ab und zu aufgefordert würden, mehr draußen zu spielen und weniger auf das Handy zu schauen – ein Zeitlimit setzten die Väter und Mütter aber selten.
Die Fragen, die die Kinder selbst beantworteten, stellten sie am dritten Ferienspieltag auch Jugendlichen und Erwachsenen bei einer Straßenumfrage in Babenhausen. Wer hierzulande für den Medienschutz zuständig ist, wusste nicht jeder der Umfrageteilnehmer. Dafür hatten alle eine Meinung dazu, wann bei der Medien-, und speziell der Smartphone-Nutzung, ein Limit erreicht sei.
Die Ergebnisse aus der Umfrage, das neu gewonnene Wissen aus dem Ausflug zur FSK und die Gespräche im Babenhäuser JUZ zum eigenen Medienverhalten münden nun in eine einstündige Radiosendung. Cordula Kahl vom Institut für Medienpädagogik und Kommunikation und Florian Krimm von der Mühltaler Jugendförderung bereiteten die Sendung vor, wählten mit den Kindern die Musik aus und ordneten die einzelnen Beiträge, die am letzten Ferienspieltag im Studio von Radio Darmstadt aufgenommen wurden.      mel
Infos zur Sendung auf Radio Darmstadt: www.radiodarmstadt.de/hoeren/webradio.html

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