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Die Babenhäuser Fastnachter erobern das Rathaus

Die fünfte Jahreszeit beginnt in Babenhausen stets mit der Erstürmung des Rathauses. Um den Bürgermeister zur Herausgabe des Rathausschlüssels und der Stadtkasse zu bewegen, haben die Prinzenpaare und ihre Gefolge in den vergangenen Jahren schon so einiges probiert.

Sie bearbeiteten die Rathaustür mit einem Rammbock, schossen mit Konfettikanonen auf den Sitz des Bürgermeisters und legten Gewehre an, aus denen anstelle von Munition Blumen flogen. Diesmal nutzte das Fastnachts-Prinzenpaar, Ralf I. aus dem Hause Fischer und Ilka I. aus dem Hause Dietz eine ganz andere Waffe, um Bürgermeister Achim Knoke aus dem Rathaus zu vertreiben: ihre Stimme.
Zur Melodie von „Theo, wie fahr´n nach Lodz“ sangen sie „Achim, mach endlich uff!“. Die beiden diesjährigen Kinderhoheiten – Lena Laureen I. und Tom III. – gelten seit ihrer Tanz- und Gesangsperformance, mit der sie die Harreshäuser Fastnachter im November begeisterten, ohnehin als besonders musikalisch. Mit ihrer Hilfe und den Stimmen der Langstädter Narren-Delegation schaffte es das Prinzenpaar, den Bürgermeister aus dem Rathaus und Schlüssel und Geldschatulle in ihren Besitz zu bekommen.
Natürlich ging Knokes Kapitulation ein verbaler Schlagabtausch voraus, der zwar scherzhaft vorgetragen, aber durchaus mit ernstem Unterton versehen war. Dass bis Aschermittwoch die Häuser und Straßen der Stadt buntgeschmückt werden sollen, der offizielle Gruß in den nächsten Wochen „Helau“ heißt und das Prinzenpaar-Auto stets Vorfahrt hat und „Knöllchen-Immunität“ genießt – damit waren noch alle einverstanden. Auch der Bürgermeister.
Die „Büroschlafsteuer“ für die Pausenzeiten der Beamten im Babenhäuser Rathaus und der Vorwurf, Verwaltung und Politik würden sich nur Gemeinheiten ausdenken, waren hingegen nicht nach dem Geschmack des Rathauschefs. „Wer seid ihr denn, was wollt ihr bloß? Ihr macht euch doch jetzt schon in die Hos´. Wenn diese Stadt vor die Hunde geht, dann nur, weil ihr dort unten steht. Ich pfeif auf eure Fassenacht, denn ich bin gewählt und ich hab die Macht“, konterte Knoke aus sicherer Entfernung aus einem der Fenster in der oberen Rathausetage.
„Sie herrschen hier in diesem Haus und lachen noch zum Fenster raus“, empörte sich Prinzessin Ilka I. und Prinz Ralf I. fügte kampflustig hinzu: „Das Lachen wird denen noch vergehen, weil wir hier ganz entschlossen stehen.“ Als die Drohungen dann deutlicher wurden, das Prinzenpaar sein Gefolge anwies, Pech und Schwefel zu holen, um dem Bürgermeister kräftig einzuheizen, wurde dem Rathauschef doch etwas Bange.
„Um Gnade bitt ich, ja kein Feuer. Das Rathaus war doch ziemlich teuer“, flehte er, angesichts der Kosten für die Sanierung des Verwaltungssitzes. Zwar waren in der Stadtkasse nur Schokoladentaler anstelle von echten Münzen und Scheinen, doch die Narren aus Babenhausen und den Stadtteilen freute auch der süße Geldsegen, den das Kinderprinzenpaar großzügig verteilte, nachdem Achim Knoke Rathausschlüssel, Schokotaler sowie die Macht an die Majestäten abgegeben und sich für die nächsten vier Wochen in den Urlaub verabschiedet hatte.
Die neuen Regenten freuen sich auf ihre Aufgaben. Besonders die Nachwuchshoheiten haben großes vor.
Als jüngster Kinderprinz der Babenhäuser Fastnachtsgeschichte will der achtjährige Tom seinen majestätischen Tanz nun bei jeder Sitzung vorführen.       mel

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