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Bahnhof Babenhausen:

Neue Fußgängerunterführung – „ein echter Segen!”

Kaum eröffnet wurde der neue Zugang zur Fußgängerunterführung am Babenhäuser Bahnhof schon rege genutzt.

Dass die Verlängerung der Fußgängerunterführung vom Bahnhofsgebäude bis zur Aschaffenburger Straße eine sinnvolle Maßnahme ist, war jedem klar, der an der Sanierung des Babenhäuser Bahnhofs beteiligt ist. Dass der Fußweg aber als „Segen“ bezeichnet wird, damit hatte wohl kaum jemand gerechnet. Doch genauso empfinden es die ersten Nutzer des neuen Fußwegs, der seit Dienstag den Zugang zum Bahnhof und den Gleisen auch von der Südseite her möglich macht.

„Bisher musste ich zu Fuß oder mit dem Fahrrad immer die Unterführung für Autofahrer benutzen“, sagt die Babenhäuserin, die kurz nach der offiziellen Eröffnung des Durchstichs ihr Fahrrad auf den frisch verlegten Gehwegplatten entlang schiebt. „Die Straßenunterführung ist für Fußgänger und Radler gefährlich. Der Gehsteig unter der Brücke ist schmal. Wenn Laster vorbeifahren, entsteht ein so starker Sog, dass man fast auf die Straße geweht wird“, sagt sie. Ihr Begleiter ergänzt: „Die neue Unterführung ist viel sicherer. Für uns ist es ein echter Segen.“
Planer, Projektierer und Mitarbeiter der ausführenden Unternehmen hören einen solchen Satz gern. Sie waren zusammen mit Vertretern der Bahn und des Rhein-Main-Verkehrsverbunds und der Stadt zur Eröffnung des Fußwegs gekommen. Die Bauarbeiten während des laufenden Betriebs stellte eine große Herausforderung dar, wie Projektsteuerer René Wambold erklärt. „Zuvor endete die Personenunterführung am letzten Treppenaufgang zu den Gleisen. Der Zugang war nur vom Bahnhofsgebäude aus möglich. Nun haben wir die Unterführung bis zur Südseite verlängert und dort den Bahndamm geöffnet.“
Da der Weg direkt unter den Bahnschienen verläuft, auf denen täglich mehrere Dutzend Güter- und Personenzüge fahren, musste die Decke mit Spundwänden abgesichert und von einer provisorischen Brücke gestützt werden. „Die Baulogistik war sehr komplex. Alle Arbeiten mussten auf die Minute genau abgestimmt werden, denn der Fahrplan der Bahn ließ keinen zeitlichen Spielraum zu“, sagt Wambold.
Auf der Südseite des Bahnhofs führt nun ein Fußweg von der Aschaffenburger Straße / B26 aus direkt zur Unterführung. Parallel zum Bahndamm wird in den kommenden Monaten ein Parkplatz mit etwa 55 Stellplätzen entstehen, von dem aus Reisende ebenfalls einen barrierefreien Zugang zur Unterführung haben. Von dort aus werden künftig nicht mehr nur Treppen zu den Gleisen führen, sondern zudem zwei Personenaufzüge.
„Wann die Arbeiten am südlichen Park-and-Ride-Platz beginnen, hängt davon ab, wann uns das Land Fördermittel für den Bau bewilligt“, sagt Bürgermeister Achim Knoke. Der Parkplatz auf der Bahnhofsnordseite war schon vor einem Jahr eröffnet worden, und werde seither gut genutzt. Fast zu gut, wie Katharina Freckmann vom Fachbereich Bau und Stadtplanung ergänzt.
„Für den Fördermittelantrag musste die Stadt den aktuellen Bedarf an Auto- und Fahrradstellplätzen ermitteln. Die letzte Erhebung stammte aus dem Jahr 2008.“ Damals wurde ein Bedarf von etwa 135 Pkw-Stellplätzen ermittelt. „Inzwischen ist die Nachfrage weiter gestiegen, aber unsere Platzkapazität ist an der Grenze.“ Das verwundert kaum, ist Babenhausen doch nicht nur Verkehrsknotenpunkt, sondern auch eine Tarifzonengrenze und deshalb für Pendler aus Aschaffenburg attraktiv.
Knapp 100 überdachte Fahrrad-Abstellplätze gibt es neben dem Bahnhofsgebäude, darunter 20 abschließbare Mietboxen. Da das Angebot besser als erwartet angenommen wurde, will die Stadt in Kooperation mit dem Zweiradshop Niederhofer auch auf der Südseite Fahrradboxen errichten.
Auch die Bahnsteige wurden modernisiert, sie wurden auf eine Ebene mit den Gleisen gebracht, um einen schwellenfreien Zugang zu den Waggons zu gewährleisten. Die neuen Bodenbeläge erhielten Leitstreifen für Sehbehinderte. Moderne Wartehäuschen wurden errichtet. Noch fehlen denkmalschutzgerechte Überdachungen, die Verkleidung der Innenwände in der Fußgängerunterführung und die Installation der Aufzüge.
„Wir rechnen damit, dass die verbleibenden Arbeiten schon im Sommer abgeschlossen werden können“, sagt René Wambold. Die reinen Baukosten werden - wie kalkuliert - bei 7,5 Millionen Euro liegen, wovon die Stadt 1,2 Millionen Euro trägt. Mit den Planungskosten wird die Modernisierung des Bahnhofs neun Millionen gekostet haben.   mel

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