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Familiennachmittag:

750 Jahre Langstadt

Lengschd, Longschd oder doch Loangschd – wie der Name Langstadt im örtlichen Dialekt geschrieben wird, kann niemand mit Bestimmtheit sagen. Sicher ist: ein echter Langstädter beherrscht den Gesang in Mundart, und da kommt es auf die Schreibweise nicht so sehr an. Im „Lengschder Lied“ von Irmgard Schmidt heißt es denn auch treffend: „Wer vom Lengschder Wasser mol getrunke hot, ja, der singt mit uns im Lengschder Platt.“

Die die Hymne auf den Ort singen, haben selbst noch keinen Namen. Denn die Gruppe Langstädter Frauen hat sich erst kurz vor der Feier zum 750-jährigen Bestehen des Dorfes zusammengefunden und unter Leitung von Liesel Mehring das „Lengschder Lied“ geprobt. Die Generalprobe ist zugleich die Bühnenpremiere, und sie wird von Hunderten Langstädtern bejubelt.
Die Markwaldhalle ist Austragungsort für die erste offizielle Feier - den Familiennachmittag - mit der die Bürger Langstadts den 750. Geburtstag ihres Ortes feiern. Im Juni folgt ein Festwochenende, das ebenfalls vom Ortsvereinsgremium organisiert und ausgerichtet wird.
Eigentlich ist Langstadt älter, haben sich schon vor mehr als 750 Jahren Menschen dort angesiedelt. Doch die erste urkundliche Erwähnung datiert aus dem Jahr 1467, und dies ist für die lokalen Historiker, zu denen Frank-Ludwig Diehl gehört, maßgebend.
Mit Markus Metzler moderiert Frank-Ludwig Diehl den unterhaltsamen Nachmittag, bei dem sich viele der örtlichen Vereine mit Gesang und Musik, mit Tanz und Sport präsentieren, bei dem es vergnügliche Rückblicke auf die Historie des Dorfes gibt. Das Ganze vor einer Kulisse, die so gestaltet ist, dass ein dreidimensionaler Eindruck entsteht, der Vergangenheit, Gegenwart und mit dem fernen Horizont auch den Blick in die Zukunft darstellt.
Frank-Ludwig Diehl spannte den Bogen von der Zeit der ersten urkundlichen Erwähnung Langstadts über die folgenden Epochen, in denen der Ort verschiedenen Obrigkeiten unterstellt war. Mit seinem Publikum rekonstruierte er Art und Anzahl der Einzelhandelsgeschäfte, die es noch in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts im Ort gab. Von Lebensmitteln über Textilien und Eisenwaren bis zu Spielsachen bekam man in Langstadt alles, und einige Gäste erinnerten sich noch daran.
Frank-Ludwig Diehl selbst zählt heute zu den Einzelhändlern im Ort. So wie Heidi Micka, die aber nicht nur einen Nahkauf-Markt betreibt sondern auch eine Musikschule. Von ihren Eleven gab es musikalische Kostproben, ebenso vom evangelischen Posaunenchor, dem Gesangverein Liederkranz und dem Kinderchor.
Der TSV als Langstadts Mitgliederstärkster Verein präsentierte seine Arbeit gleich in beiden Hallen. Mehrere Tanzgruppen begeisterten das Publikum im Veranstaltungssaal, während in der Sporthalle ein Parcours aus Bewegungsspielen auf die jungen Gäste wartete.
Landrat Klaus Peter Schellhaas hob die Leistung der Tischtennis-Damen hervor, sowie die sportlichen Erfolge von Olympiasieger Vico Merklein. Der Landrat schenkte Ortsvorsteher Günther Eckert in Vertretung für die gesamte Ortsgemeinschaft zum Jubiläum einen Baum.
Den Baum und seinen Standort können sich die „Lengschder“ selbst aussuchen, am besten, so Schellhaas, nach Absprache mit Otto Diehl, der wie kein zweiter Langstädter im Bereich Naturschutz den gesamten Landkreis prägte.                                 mel

 

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