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Schlossfreunde Babenhausen:

Fluchtweg oder Geheimgang? Bodenfunde im Schloss gaben Rätsel auf

Neuigkeiten, die unter die Erde gehen, so kündigte Klaus Mohrhardt, 2. Vorsitzender der Babenhäuser Schlossfreunde seinen Vortrag anlässlich des Stammtisches der Schlossfreunde im Saal des Gasthaus zum Schwanen, an. Die erwartete Zuhörerzahl wurde deutlich überschritten, so dass man noch zusätzliche Stühle aufstellen musste – dies zeigt welchen Stellenwert die schönste Immobilie in Babenhausen bei seinen Bewohnern immer noch hat und bestätigt gleichzeitig die Arbeit der Schlossfreunde.

„Die Baustelle lebt“ führte Klaus Mohrhardt aus, der den kleinen Bautrupp für die bislang geleistete Arbeit lobte, aber auch feststellen musste „Es ist noch viel Arbeit“. Auch wenn man von außen kaum Veränderungen wahrnehmen kann passiert viel innerhalb des Anwesens. So wurden die Zuleitungen (Strom, Wasser und Heizung) vom zukünftigen Technikgebäude durch den Schwanengraben zum Schloss verlegt und die Arbeiten für den Spa-Bereich werden „Mit viel Respekt für das Vorhaben“ umgesetzt.
Bei den Arbeiten für die Erstellung des Spa-Bereiches wurden nun Fundamente und Zwingermauern entdeckt und freigelegt. Was für Historiker und den Denkmalschutz eine besondere Freude ist, bedeutet für den Bauherrn einen nicht geplanten Baustopp. Die in enger Absprache mit den Denkmalschutzbehörden vorgenommenen Umbauarbeiten haben schon einige dieser Baustopps erleben dürfen. Die nun ans Tageslicht gekommenen Mauern entwickelten sich zu einer Denksportaufgabe für die Lokalhistoriker. Im Blickpunkt des Interesses geriet ein gemauerter Bereich, der wie ein Tunnel aussieht. Hat sich der Mythos eines Geheimganges vom Schloss bis zur Stadtkirche nun tatsächlich bestätigt? Oder handelt es sich um einen Fluchtweg aus dem ehemaligen Militärgefängnis? Nach eingehender Prüfung kam man allerdings zu einem anderen Ergebnis, was durch die Begutachtung der Denkmalschutzbehörde bestätigt wurde. Bei dem „Tunnel“ handelt es sich wohl um einen Abwasserkanal der Schlossküche, ein sogenannter „gedeckter Gang“.
Ein weiterer Fund mit historischer Bedeutung wurde an der Süd/Ost Seite des Schlosses entdeckt. An einem ehemaligen Erker wurde ein Wappenstein gefunden, der das Hanauer Wappen von Phillipp III. zeigt und mit der Jahreszahl 1526 versehen wurde. Die Schlosseigentümer haben sich bereit erklärt, den Wappenstein dem Territorialmuseum für das dortige Lapidarium zur Verfügung zu stellen. Das Lapidarium, die Sammlung von Steinwerken, wird hinter dem Museum errichtet, die Fertigstellung wird in Kürze erfolgen.
Nach dem interessanten Vortrag, der die verschiedenen Baumaßnahmen durch zahlreiche Bilder und Pläne anschaulich verdeutlichte, kam Klaus Mohrhardt zu seinem Resümee - welches er bereits in den Vorjahren äußerte - „Wir brauchen Geduld“.                              hz

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