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Freiwillige Feuerwehr Hergershausen:

Rundum positive Bilanz trotz Mehrarbeit durch Wetterkapriolen

Die beförderten Feuerwehrleute stellten sich mit Stadtbrandinspektor Achim Frankenberger (re) und seinem Stellvertreter Heiko Plischke (li) zu einem Erinnerungsfoto. Auch Bürgermeister Achim Knoke (hinten) und Vorsitzender Tomas Kolb (2. von re) waren mit von der Partie. Die Urkunden erhielten: Sven Gruber, Timo Heil, Fabian Kriegisch, Safeer Ahmad, Tobias Wadephul und Tobias Schindler.

Bei der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr in Hergershausen ging der Vorsitzende des Fördervereins, Thomas Kolb, nach der Begrüßung der Kameradinnen und Kameraden und der Vertreter aus der Politik zügig zur Tagesordnung über. So gedachte man der verstorbenen Mitglieder, stellte die Beschlussfähigkeit fest und verzichtete auf das Vorlesen des Protokolls vom Vorjahr.

Thomas Kolb umriss kurz die vielen Aktivitäten des Feuerwehrvereins im vergangenen Jahr, der mittlerweile auf 362 Mitglieder angewachsen sei. Neben Vorstandssitzungen standen auch Sitzungen auf Kreisebene und im Vereinsgremium in Hergershausen auf dem Programm. Veranstaltungen der Jugendwehr und anderer Ortsvereine wurden tatkräftig unterstützt und auch ein 85. Geburtstag des Ehrenvorsitzenden Willi Grimm wurde besucht. Der Kameradschaftsgrillabend im Sommer und das Kelterfest im Herbst waren ebenso zu organisieren wie die erfolgreiche Mitglieder-Werbe-Aktion mit der Verteilung von Löschwasser an alle Haushalte. Kolb bedankte sich bei Daniel Kunkel und seinem Team für die hervorragende Jugendarbeit und auch bei den scheidenden Betreuerinnen Anette Gruber und Beate Wadephul für fast zehn Jahre Arbeit in den Diensten der „Firekids“. Auch der Wehrführung und seinem Stellvertreter Marcel Paul sprach er seinen herzlichen Dank aus.
Der Rechner Nico Gruber legte im nächsten TOP die Zahlen des Jahres 2018 vor und erhielt dafür die Entlastung durch die Kassenprüfer. Besonders vorteilhaft für die Vereinsfinanzen hatte sich die Löschwasseraktion erwiesen, denn die laufenden Kosten des Vereins würden durch aktive Öffentlichkeitsarbeit, jährliche Feste und Mitgliedsbeiträge gezahlt werden, wie er abschließend ausführte.
In seinem Jahresbericht ging Wehrführer Tobias Schindler auf die Mehrarbeit ein, die die Wetterkapriolen mit langanhaltender Hitze und Trockenheit, gefolgt von Starkregen und Herbststürmen ausgelöst hatten. Er stellte fest, dass die Hergershäuser Kameraden gut ausgebildet und mit einem gut ausgerüsteten Katastrophenschutzfahrzeug auch für die Zukunft gut aufgestellt seien.
Die geplante Vereinigung der Feuerwehren Sickenhofen und Hergershausen und den damit verbundenen Neubau eines gemeinsamen Gerätehauses benötige ebenfalls die volle Unterstützung der städtischen Gremien, wie er mit Blick zu den verantwortlichen anwesenden Politiker als Bitte formulierte. Es stimme die Kameraden frohen Mutes, dass im städtischen Haushalt bereits erste Gelder bereitgestellt wurden und man hoffe auf eine zeitnahe Umsetzung der Planungen und des gesamten Projektes.
Freudig zeigte sich Tobias Schindler über das Ergebnis der „Löschwasser-Aktion“ im vergangenen Sommer, bei der zur Mitgliedergewinnung flaschenweise Löschwasser an alle Haushalte verteilt wurde. Durch diese Aktion gewann der Verein 101 neue Mitglieder und die Einsatzabteilung zwei gut ausgebildete neue Aktive dazu. Ein Erfolg, mit dem auch Mirco Heil nicht gerechnet hatte, der bei dieser Aktion federführend war. Auf Stadtebene wurde ebenfalls eine noch nie dagewesene Aktion zur Mitgliederwerbung gestartet, indem man Berufs- schulen und Hochschulen ins Boot holte und sogar eine Bachelorarbeit zum Thema verfasst wurde.
Schindler ging aber auch auf die Hauptaufgaben der Feuerwehr ein und nannte stellvertretend für das Löschen die vielen Vegetationsbrände entlang der Bahnstrecke auf, bei denen teilweise sogar mehr als zehn Feuerwehren eingesetzt werden mussten. Retten und Sichern mussten die Blauröcke vermehrt nach dem Sturmtief „Fabienne“, als Bäume von Dächern und Straßen geholt werden mussten. Für verschiedene Vereine wurde Verkehrssicherung bei Umzügen vorgenommen, Brandsicherheitsdienste und Brandschutzerziehung an Schulen und Kitas erteilt. Für die eigene Sicherheit der Aktiven wurde Theorie gelernt und praktische Übungen absolviert. Bei all dem blieb dennoch Zeit für Mitgliederwerbung und ein kameradschaftliches Grillfest im Sommer.
Ein kurzer Blick auf die Statistik zeigte in der Einsatzabteilung zwei Kameradinnen und 33 Kameraden, in der Alters- und Ehrenabteilung fünf Kameraden und eine Kameradin, für die Jugendabteilung zehn Mädchen und 16 Jungs und bei der Kinderfeuerwehr finden sich regelmäßig 15 wuselige „Firekids“ bei den Gruppenstunden ein.
Bei 13 Brandeinsätzen fielen in 22 Einsatzstunden insgesamt 300 Personalstunden an. 19 Hilfeleistungen schlugen mit 228 und ein Fehlalarm mit 25 Personalstunden zu Buche. In neun Brandsicherheitsdiensten wurden 256 Personalstunden angehäuft und für die drei Termine für Brandschutzerziehung fielen 111 Personalstunden an. Dazu kommen für Vor- und Nachbereitung noch weitere 100 Personalstunden. Mit den ca. 1.500 Stunden Ausbildungstätigkeit stehen somit insgesamt rund 3.000 Stunden ehrenamtlicher Einsatz für die Sicherheit der Bürger auf dem Konto der Freiwilligen Feuerwehr.
Schindler bedankte sich bei den einzelnen Teams für ihren hervorragenden Einsatz und wünschte „Glück auf“ für das kommende Jahr.
Jugendfeuerwehrwart Daniel Kunkel ging ebenfalls in seinem Bericht auf die umfangreichen Aktivitäten der Jugendlichen ein. So teilten sich die 210 Gesamtstunden etwa hälftig in feuerwehrtechnische Ausbildung und allgemeine Jugendarbeit auf. Hinzu kamen noch fünf Tage für Fahrten und Zeltlager. Von der Weihnachtsbaumverbrennung im Januar angefangen, über viele sportliche Gelegenheiten wie Tischtennis-Turnier und Feuerwehr-Olympiade, gab es gemeinsame Radtouren, Schwimmbadbesuche und Eisessen in den Sommerferien. Ein Besuch des Phantasialand stand im Rahmen des Stadtjugendfeuerwehrausflugs auf dem Programm. Auch die feuerwehr- technische Ausbildung kam jedoch nicht zu kurz: theoretische Unterrichte und praktische Übungen wechselten sich ab. So wurden gefährliche Stoffe und Güter behandelt und auch Unfallverhütungsvorschriften durchgenommen. Bei der Bezirksübung in Mosbach zeigten die Jugendlichen, wie gut sie mit anderen Teams zusammenarbeiten können und beim Südhessenpokal in Harreshausen waren sie sowohl Gastgeber als auch Teilnehmer. Für das Kelterfest wurden fleißig Äpfel eingesammelt und dann vor Ort zu leckerem Apfelsaft verpresst. Eine Zweitages-Übung im November zog alle Register: mehrere Brandeinsätze, Auffinden von vermissten Personen, Ausleuchten eines Hubschrauberlandeplatzes, sind nur einige Stichworte zur umfangreichen Agenda der zwei Tage.
Beim Schmücken des Weihnachtsbaumes und beim lebenden Adventskalender durften die jungen Blauröcke natürlich auch nicht fehlen. Ein insgesamt sehr abwechslungsreiches Programm scheint die Jugendlichen anzusprechen und so halten sich die Mitgliederzahlen auf sehr hohem Niveau, was Kunkel sehr positiv bewertete. Er dankte seinem Stellvertreter Safeer Ahmad und dem gesamten Betreuerteam für ihre tatkräftige Unterstützung.
Bei den „Firekids“ gab es neben vielen spielerischen Gruppenstunden, dieses Jahr erstmalig die Möglichkeit, den ersten Teil eines vierstufigen Abzeichens zu absolvieren. So konnten nach hartem Training im November 15 „Tatzen“ an die Kinder überreicht werden. Im kommenden Jahr soll die nächste „Tatze“ angestrebt werden. Zwei „Firekids“ konnten in die Jugendfeuerwehr aufsteigen. Kunkel verabschiedete Anette Gruber und Beate Wadephul, die fast 10 Jahre lang die Kleinsten betreut hatten und begrüßte Sven Gruber und Emma Jaschek, die die Leitung seit den Sommerferien übernommen haben.
Nach der Vorstellung und Genehmigung des Haushaltsplanes 2019 wurden Ergänzungswahlen durchgeführt, die die vakant gewordenen Stellen besetzten: So wurde Sven Gruber einstimmig zum neuen Leiter der Kinderfeuerwehr gewählt und gab gleichzeitig sein Amt als Schriftführer ab, in das Florian Wadephul ebenfalls einstimmig gewählt wurde. Der scheidende Kassenprüfer Martin Schmiedl wurde durch Klaus Elster ersetzt und so konnte man zügig fortfahren.
Bürgermeister Achim Knoke überbrachte seinen Dank für die wichtige Arbeit und das enorme Engagement der Feuerwehr und versprach, die ersten Ortssondierungen für den neuen Standort der vereinten Wehren von Sickenhofen und Hergershausen voranzutreiben. Auch Stadtverordnetenvorsitzender Friedel Sahm bedanket sich bei den Kameradinnen und Kameraden für ihre unschätzbar wichtige Arbeit und hoffe auf neue Erkenntniss für die Mitgliedergewinnung durch die angesprochenen Bachelor-Arbeit. Ortsvorsteher Horst Grimm freute sich, dass die Feuerwehr Teil des lokalen Vereinslebens geworden sei und weit mehr als „nur Löschen“ zu ihren Aufgaben gemacht habe.
Stadtbrandinspektor Achim Frankenberger lobte die außerordentliche stabile Hergershäuser Feuerwehr, die besonders im Bereich der Jugendarbeit ein Vorbild im gesamten Landkreis sei. Er hoffe, das es im kommenden Jahr etwas weniger Einsätze gebe und freue sich auf die Fusion der beiden Ortswehren: „Was zusammengehört, wächst zusammen!“ Er nahm weiterhin noch die Verleihung der Beförderungsurkunden vor: So wurde Sven Gruber zum Leiter der Kinderwehr ernannt und Julia Bader zur Feuerwehrfrau. Timo Heil, Fabian Kriegisch, Safeer Ahmad und Florian Wadephul wurden zum Oberfeuerwehrmann befördert und Tobias Schindler zum Löschmeister.     kb

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