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Startschuss:

Stadtbücherei jetzt in ehrenamtlichen Händen

Frau Kurschildgen (rechts) erklärt die verschiedenen Vorgänge beim laufenden Ausleihbetrieb.

Dienstag, 16 Uhr und in der Bücherei gehen die Türen auf. Eigentlich wie immer. Und doch ist es dieses Mal etwas Besonderes! Bürgermeister Achim Knoke und Sylvia Kloetzel vom Fachbereich VI und Ehrenamtliche haben sich in der Bücherei eingefunden, denn am heutigen 3. Januar 2017 wird die städtische Bücherei in die Hände von Ehrenamtlichen gelegt.

Wie schon mehrfach berichtet, stand die Stadt vor der Frage, die Bücherei ganz zu schließen oder eben nach Alternativen zu suchen. Diese Alternative hat sich nun in Form von 17 ehrenamtlichen Helfern aufgetan, die bereit sind, nicht nur die Ausleihe zu den gewohnten Öffnungszeiten weiterzuführen, sondern sich auch hinter den Kulissen einzubringen. Denn auch Einbinden und Einpflegen von neuen Medien, Aussortieren alter Bücher und Dekorieren der Schaufenster, sowie Organisieren von Leseveranstaltungen gehören zu den vielfältigen Aufgaben, die in so einer Bücherei anfallen. Für den Kassenbereich werden die Freiwilligen in Zukunft von einer hauptamtlichen Kraft unterstützt, die aus dem Fachbereich VI für 6 Wochenstunden gestellt wird.
Eine der Ersten, die sich nach Bekanntwerden der Suche gemeldet hatte, ist Claudia Kurschildgen. Als gelernte Bibliotheksassistentin ist sie vom Fach und wird gerade in der Anfangszeit viele extra Stunden (neben ihrem Halbtagsjob in der Fachhochschulbibliothek in Aschaffenburg) in die Einarbeitung der aus sehr unterschiedlichen Berufszweigen kommenden Mitstreiterinnen investieren. Auch Nicole Reuling vom Fachbereich VI hat in den letzten Monaten schon in der Bücherei mitgearbeitet und so wird niemand in der Anfangszeit mit den neuen Aufgaben in der Bücherei allein gelassen. Die Dienstpläne werden selbst organisiert und keinesfalls vom Rathaus vorgegeben, was sehr gut funktioniert. Für die sehr spontane und unbürokratische Hilfe bei der Suche nach Ehrenamtlichen bedankt sich Kloetzel besonders bei BEA, der Babenhausens Ehrenamts-Agentur, recht herzlich. Gerne werde der Helferpool auch noch erweitert, um durch unterschiedliche berufliche Hintergründe natürlich auch sehr vielfältige Impulse einzubringen, wovon die Lesekultur Babenhausens nur profitieren könne. Bürgermeister Knoke erläuterte, dass die Stadt durch diese Lösung Einsparpotential von etwa 48.000 Euro an Personalkosten ausschöpft. Bei Mietkosten und Umlagen war kurzfristig keine finanzielle Effizienz möglich, da man vertraglich auf weitere vier Jahre gebunden sei. Aufgrund der Haushaltslage war man im letzten Jahr auch nicht in der Lage neue Medien anzuschaffen. Bei einem Spendenaufruf kamen jedoch viele Bücher, Filme und CDs aus der Bevölkerung, die man gerne in den Bestand einpflegte, sofern sie ins Sortiment passten und nicht älter als drei Jahre waren. Dies zeigte, wie sehr die Bücherei den Bürgern am Herzen liege und wieviel sie bereit seien, für den Erhalt dieses Angebots zu geben.
Auch die Tatsache, dass Babenhausens Bücherei als eine der Letzten im Landkreis nachzieht und ab diesem Jahr ebenfalls nicht mehr kostenfrei genutzt werden kann, stieß im Allgemeinen auf Verständnis, denn „Bücher kaufen käme um ein Vielfaches teurer“ war eine Stimme zwischen den Regalen zu vernehmen. So kosten ab Januar die Nutzerausweise für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren 10 Euro und für Erwachsene 20 Euro pro Jahr und es können pro Ausweis maximal fünf Medien gleichzeitig ausgeliehen werden. Damit stünden aber nicht nur die Medien zur Verfügung, die in den Regalen zu sehen seien, sondern eine nahezu unbegrenzte Auswahl digitaler Medien über den Verbund verschiedener E-Medienanbieter via „Onleihe“, ein System, das im Herbst 2015 eingeführt wurde und das besonders bei jungen und mobilen Lesern starken Zuspruch erfährt.
Im letzten Jahr gab es etwa 500 aktive Nutzer, wobei wegen unbegrenzter Medienmenge oft ganze Familien mit nur einem Ausweis ausliehen. Eine Erhebung der Nutzerzahlen sei ab jetzt also viel detaillierter möglich. Zur Aufstockung der momentan 15.643 Medien werden bei der kommenden Stadtverordnetenversammlung 12.000 Euro beantragt, wobei 9.000 Euro durch Fördergelder wieder zurückgeholt werden können, wenn schnell genug entschieden wird, dass ein entsprechender Antrag rechtzeitig beim Land Hessen gestellt werden kann. Voraussetzung für weitere Zuschüsse seien auch die Teilnahme an Schulungen der Fachstelle für öffentliche Bibliotheken, zu denen sich einige Ehrenamtliche schon bereit erklärt hätten.
Überhaupt sind alle Beteiligten sehr motiviert und freuen sich aus unterschiedlichen Gründen auf ihre neuen Aufgaben. Silvia Schrodt, passionierte Rosenliebhaberin, aber auch Bücherbegeisterte, suchte nach neuen Aufgaben und meldete sich nach nur wenigen Tagen Bedenkzeit bei der Stadt. Jetzt ist sie seit Mitte Dezember dabei und begeistert wegen der neuen Herausforderung und des sehr angenehmen Arbeitsklimas.
Heike Wegstein-Grünewald aus Zellhausen wurde durch einen Artikel in der Zeitung auf den Notstand aufmerksam und sieht ihre Aufgabe darin, Angebote in Sport und Bildung in Zeiten knapper Kassen durch Ehrenamt zu erhalten. Außerdem kommt sie gerne unter Leute. Überhaupt scheint der soziale Aspekt einer Bücherei eine große Rolle zu spielen, denn auch Delila Trubel aus Harreshausen sieht die Bücherei als sozialen Treffpunkt und empfindet den Erhalt dieses Angebots als sehr wichtig, um wieder mehr Leute in die Innenstadt zu bringen. Sie kann sich vorstellen, eventuell bei Angeboten außerhalb der regulären Öffnungszeiten mitzuarbeiten.
Wer sich ebenfalls in die Aufgaben der Stadtbücherei einbringen möchte, darf sich gerne melden. Entweder in der Bücherei direkt oder bei  Frau Anne Gaßmann im Rathaus.     kb

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Kommentare

Gebührenordnung Bücherei

Das unsoziale Verhalten der CDU, speziell Kindern gegenüber, zeigt sich auch bei der Bücherei. Liebe Leser, vergleichen sie nur die Gebührenordnung der angrenzenden Städte, wie z.B. Aschaffenburg, Darmstadt, Dieburg usw.

Gebührenordnung Bücherei

Ich finde es sehr bedauerlich, dass man der CDU unsoziales Verhalten unterstellt. Ich habe mich kundig gemacht, die Gebühr für die Nutzung der Stadtbücherei beläuft sich bei Kindern auf 10,00 € im Jahr, das sind monatlich 83 Cent. Auf Initiative der CDU und FWB wurden viele Empfehlungen gegeben, um den städt. Haushalt zu konsolidieren. Eine Steuererhöhung um 250 Punkte, wie dies von der SPD vorgeschlagen wurde, hätte bei allen Bürgern unserer Stadt zu wesentlich schwereren finanziellen Einschnitten geführt, egal ob Hauseigentümer oder Mieter. Es bleibt den politisch Verantwortlichen leider keine andere Wahl – und hier gilt mein besonderer Dank der CDU und der FWB - den Schuldenberg, den die SPD zu verantworten hat, abzubauen. Hier wurde der richtige Weg eingeschlagen! Dem Engagement der 17 ehrenamtlichen Helfer in der Stadtbücherei zolle ich meinen allergrößten Respekt. Allerdings irritierte mich die Bemerkung unseres Bürgermeisters in der örtlichen Presse, weil er besorgt darauf hinwies, dass diese „Ehrenamtlichen“ jederzeit ihre freiwillige Tätigkeit einstellen können. Das sind meines Erachtens schon wieder seinerseits hausgemachte Hiobsbotschaften, mit denen man jede gute Idee schon wieder im Keim zu ersticken versucht. Nochmals ganz lieben Dank an diese 17 Ehrenamtlichen, ihr Engagement ist einfach toll und mustergültig. Und falls wirklich alle 17 Personen ausfallen sollten, wäre mein Vorschlag, dieses Vakuum mit dem Personal der Wirtschaftsförderung und des I-Punktes abzudecken. Hier erlaube ich mir auf das Interview der beiden neuen, weiblichen FDP-Stadtverordneten hinzuweisen: ( Zitat: „Wer sich den Jahresbericht „Wirtschaftsförderung zum Punkt Wirtschaftsförderung durchliest stellt fest: viel TamTam geschrieben, aber Output ist nicht erkennbar“). Hier wurde der Nagel auf den Kopf getroffen.

Richtige Konsequenz

Die Schuldenpolitik der SPD hat dazu geführt. Dies war die einzige vernünftige Konsequenz der CDU und FWB. Die Kinder werden sich ihre Bücher aus dem Netz holen und sind weniger auf die Bücherei angewiesen. Ansonsten können sie sich ja bei der SPD bedanken. Wer eine Leistung haben will soll auch dafür bezahlen. Der Blick auf die umliegenden Städte und Orte zeigt nur eines, die haben keine solche Schuldenpolitik betrieben wie Babenhausen in den letzten Jahren. Danke an die CDU dafür, dass sie endlich den richtigen Weg eingeschlagen hat. Der CDU rate ich aber sich den letzten Bericht vom Besitzer des Deutschen Hofes anzusehen. Er hat Zimmer für Geschäftsleute geschaffen, weil Touristen unerheblich sind. Die SPD träumt wohl immer noch von der Touristenstadt. Weshalb wir für die Geschäftsleute einen I-Punkt brauchen? Aber an dem Thema geht man wohl in Babenhausen vorbei? Die Erhöhung der Grundsteuer ist wohl einfacher?

Besser als geschlossen

Durch das soziale Verhalten der CDU wurde ermöglicht, dass die Bücherei überhaupt wieder geöffnet hat.

Schuldenpolitik-Bücherei-Kinder

es ist sehr erfreulich was man beim lesen der Kommentare alles dazu lernen kann.
z.B.
-die Bücherei ist dank der CDU wieder geöffnet. Wusste nicht, dass die geschlossen war
-für den Schuldenberg ausschließlich die SPD verantwortlich ist
-nur die Fraktion der SPD in den Unterricht Umgang mit Geld gehen sollte
-"Kinder" ihre Bücher vom Netz laden sollten
-wieviel €10 jährlich monatlich sind. Interessant wäre die Rechnung auf täglicher Basis
-die Gebühreneinnahmen für Kinder betragen vermutlich jährlich €1000. Das sind bei
einem jährlichen Defizit von rd. €3000000, ? %.

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